Neurophysiologische Untersuchungen

Zu den neurophysiologischen Untersuchungen zählen die Elektroenzephalographie (EEG), die Elektromyografie (EMG) und die Elektroneurografie (ENG). Sie alle geben Aufschluss über die Funktion des Gehirns, der Nerven sowie der Muskulatur.

Elektroenzephalografie (EEG)

Was ist eine EEG?

Bei einer Elektroenzephalographie (EEG) wird die elektrische Hirnaktivität dargestellt. Im Zuge dieser Untersuchungen registrieren mehrere Elektroden an der Schädeloberfläche Spannungsschwankungen der Gehirnströme mit Hilfe von Elektroden. Den wichtigsten Stellenwert hat die EEG heute in der Diagnose von epileptischen Erkrankungen und Schlafstörungen.

Wie wird eine EEG durchgeführt?

Um ein Elektroenzephalogramm aufzeichnen zu können, werden mehrere kleine Metallelektroden auf dem Kopf des Patienten angebracht. So kann die Aktivität der wichtigsten Hirnrindenareale erfasst werden. Die Messung erfolgt, nachdem die Elektroden mit dem EEG-Gerät über ein Kabel verbunden wurden. Die Untersuchung wird im Liegen oder Sitzen durchgeführt und dauert etwa 15 bis 25 Minuten. Während der Aufzeichnung sollten die Augen geschlossen bleiben. Ausnahme: wenn Sie aufgefordert werden, sie zu öffnen (Provokationsmaßnahme). Die EEG ist absolut schmerzfrei.

Eine EEG ist empfohlen ...

  • bei Kopfschmerzen
  • zur Epilepsiediagnostik
  • zur Synkopenabklärung
  • zur Schwindelabklärung
  • bei Gedächtnisstörungen

Elektromyographie (EMG)

Was ist eine EMG?

Bei der Elektromyographie (EMG) handelt es sich um ein technisches Untersuchungsverfahren, das die Muskelaktivität misst. So können Erkrankungen des Muskels und/oder vorliegende Nervenschädigungen diagnostiziert werden.

Wie wird eine EMG durchgeführt?

Es wird eine hauchdünne Nadel-Elektrode direkt in Ihren Muskel gestochen, die Aktivität einzelner Muskelfasern gemessen und mit Hilfe eines Computers analysiert. Hierbei wird der Muskel in Ruhe, bei leichter und kräftiger Innervation untersucht.

Eine EMG ist empfohlen ...

  • bei Erkrankungen der Muskeln
  • zur Prüfung auf Heilungschancen bei verletzungsbedingter Muskellähmung
  • bei vorliegender Nervenschädigung (z.B. nach Verletzung)

Elektroneurographie (ENG, Nervenleitgeschwindigkeit-Messung, NLG)

Was ist eine ENG?

Die ENG ist ein wichtiges Diagnoseinstrument, um die motorischen und sensiblen Leitgeschwindigkeiten der peripheren Nerven zu messen.

Wie wird eine ENG durchgeführt?

Bei der ENG wird der Nerv an mindestens zwei Stellen mit einem Rechteckimpuls gereizt, und es werden verschiedene Parameter (Latenz, Amplitude und die Nervenleitgeschwindigkeit) ermittelt. Die für die Nervenreizung notwendigen elektrischen Schläge empfinden einige Patienten als unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Es gibt keine Gegenanzeigen für eine ENG-Untersuchung, so kann diese auch bei Herzschrittmachern durchgeführt werden.

Eine ENG ist empfohlen ...

  • zur Diagnose und Verlaufskontrolle von neurogenen Schädigungen/Erkrankungen der Muskulatur (z.B. Polyneuropathie)
  • zur Lokalisationsdiagnostik bei Engpasssyndromen (z.B. Karpaltunnelsyndrom)
  • bei peripheren Nervenerkrankungen

Was Sie vor einer neurophysiologischen Untersuchung beachten sollten:

  • Sie benötigen eine Zuweisung für die entsprechende Untersuchung.
  • Falls Sie eine Nadel-EMG benötigen, bitten wir Sie um Information, wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen oder unter einer Blutgerinnungsstörung leiden.

Für eine neurophysiologische Untersuchung vereinbaren Sie bitte einen Termin mit uns unter:
Tel.: +43 1 360 66-5597
(Ambulanz für Neurophysiologie: Öffnungszeiten etc.)